Traktionsalopezie ist eine Form von Haarausfall, die durch wiederholten Zug auf die Haarwurzeln entsteht – etwa durch enge Zöpfe, Dutts oder straffe Frisuren. Dieser Artikel erklärt dir, wie Traktionsalopezie entsteht, welche Symptome du erkennen kannst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie du vorbeugen kannst, damit deine Haare gesund bleiben.
Aus diesem Artikel erfährst du:
✅ wie du Haarausfall durch mechanische Belastung erkennst,
✅ wie du ihn rückgängig machen oder vermeiden kannst,
✅ welche Frisuren dein Haar schonen,
✅ und welche Pflege dein Haar langfristig gesund hält.
Was ist Traktionsalopezie?
Die Traktionsalopezie bezeichnet einen mechanisch bedingten Haarausfall, der durch anhaltenden Zug auf das Haar entsteht. Besonders betroffen sind Personen, die häufig enge Frisuren tragen, etwa Pferdeschwänze, Zöpfe, Dutts oder Haarverlängerungen. Der Zug auf das Haar schädigt langfristig die Haarfollikel, wodurch die Haare ausfallen können.
Typischerweise tritt die Traktionsalopezie am Haaransatz oder an den Schläfen auf – also dort, wo der Zug am stärksten ist. Im Gegensatz zu genetisch oder hormonell bedingtem Haarausfall ist diese Form des Haarausfalls oft reversibel, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt wird.
Kurz gesagt: Traktionsalopezie ist eine Form von lokalem Haarausfall, die durch mechanische Belastung entsteht – und daher gut vermeidbar ist.
Ursachen der Traktionsalopezie: Wie entsteht der mechanische Haarausfall?
Die Hauptursache der Traktionsalopezie ist anhaltender mechanischer Stress auf die Haarwurzeln. Dieser Zug führt zu einer Mikroentzündung der Kopfhaut und zu einer Schädigung der Haarfollikel.
Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- Straffe Frisuren wie Zopf, Dutt oder Cornrows
- Haarverlängerungen und Extensions, die Gewicht auf das Eigenhaar ausüben
- Eng anliegende Kopfbedeckungen oder Helme, die wiederholt Druck erzeugen
- Übermäßiges Bürsten oder Kämmen mit starkem Zug
Die Traktionsalopezie entsteht schleichend. Anfangs merkt man vielleicht nur Spannung oder Jucken an der Kopfhaut – später zeigen sich dünner werdende Haare oder kahle Stellen am Haaransatz.
Symptome der Traktionsalopezie: Woran erkennt man sie frühzeitig?
Die Symptome der Traktionsalopezie entwickeln sich langsam. Wer sie frühzeitig erkennt, kann den Haarausfall oft stoppen. Typische Anzeichen sind:
- Kahle Stellen oder dünnere Haare an den Schläfen oder am Haaransatz
- Rötung oder Entzündung der Kopfhaut
- Juckreiz oder Brennen, besonders nach dem Entfernen enger Frisuren
- Abgebrochene, kürzere Haare im vorderen Bereich
- In fortgeschrittenen Fällen: Narbenbildung, wo keine neuen Haare mehr wachsen
Diese Symptome treten besonders bei Menschen auf, die regelmäßig enge Zöpfe oder Dutts tragen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um den Prozess rückgängig zu machen.
Wer ist von Traktionsalopezie besonders betroffen?
Traktionsalopezie kann grundsätzlich jeden treffen, doch bestimmte Gruppen sind häufiger betroffen:
- Frauen mit langen Haaren, die regelmäßig straffe Frisuren tragen
- Personen mit afrotexturiertem Haar, bei denen Braids, Weaves oder Cornrows beliebt sind
- Sportler:innen, die ihr Haar oft zusammenbinden müssen
- Männer, die enge Zöpfe oder Man-Buns tragen (Traktionsalopezie bei Männern ist zunehmend verbreitet)
Auch Kinder können betroffen sein, wenn Eltern zu straffe Frisuren flechten. Studien zeigen, dass dauerhafter Zug auf die Haarfollikel über Jahre hinweg zu bleibendem Haarausfall führen kann.
Traktionsalopezie erkennen: Wie stellt man die Diagnose?
Um Traktionsalopezie zu erkennen, sollte man auf die typischen Anzeichen achten und gegebenenfalls einen Dermatologen aufsuchen.
Ein Arzt kann folgende Methoden anwenden:
- Visuelle Untersuchung der Kopfhaut auf Entzündungen und Haarausfallmuster
- Trichoskopie (Vergrößerung der Kopfhaut) zur Beurteilung der Haarfollikel
- Haarwurzelanalyse, um zwischen mechanisch und hormonell bedingtem Haarausfall zu unterscheiden
Wichtig ist, die Ursache des Haarausfalls zu klären – denn eine Traktionsalopezie lässt sich behandeln, wenn sie nicht zu lange unbeachtet bleibt.
Behandlung von Traktionsalopezie: Was hilft gegen den Haarausfall?
Die Behandlung der Traktionsalopezie richtet sich nach dem Schweregrad der Schädigung:
1. Frühe Phase (reversibel und gut behandelbar)
- Sofort auf enge Frisuren verzichten
- Die Kopfhaut schonen und sanft kämmen
- Haarpflegeprodukte mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Aloe Vera oder Panthenol verwenden
- Durchblutung fördern durch sanfte Kopfhautmassagen
2. Fortgeschrittene Phase (narbige Areale)
- Haartransplantation kann helfen, nachhaltig kahle Stellen zu füllen
- Besonders beliebt: Haartransplantation in der Türkei, da sie dort kostengünstig und qualitativ hochwertig durchgeführt wird
- Medizinische Behandlungen mit Minoxidil oder PRP (Platelet-Rich Plasma) können das Nachwachsen der Haare fördern
Fazit: Je früher die Traktionsalopezie erkannt wird, desto höher sind die Chancen, dass die Haare nachwachsen.
Kann Traktionsalopezie rückgängig gemacht werden?
In vielen Fällen ist die Traktionsalopezie reversibel, wenn die Haarfollikel noch nicht dauerhaft geschädigt sind. Wird der mechanische Zug rechtzeitig gestoppt, können die Haare an den betroffenen Stellen nachwachsen.
Wenn sich jedoch Narbengewebe gebildet hat, wachsen die Haare nicht mehr von selbst nach. Hier kann nur eine Haartransplantation helfen.
- Tipps zur Förderung des Nachwachsens:
- Kopfhaut regelmäßig massieren, um die Durchblutung zu fördern
- Biotin und Zink in die Ernährung integrieren
- Schonende Frisuren tragen, um weiteren Stress zu vermeiden
Das Nachwachsen der Haare dauert meist mehrere Monate – Geduld und konsequente Pflege sind entscheidend.
Traktionsalopezie vorbeugen: Welche Frisuren und Gewohnheiten schützen dein Haar?
Die beste „Behandlung“ ist die Vorbeugung von Traktionsalopezie. Mit einfachen Veränderungen kannst du das Risiko erheblich senken:
Tipps zur Vorbeugung
- Vermeide straffe Frisuren (Zopf, Dutt, Pferdeschwanz) über längere Zeit
- Wechsle regelmäßig die Frisur, um die Belastung zu verteilen
- Nutze weiche Haargummis ohne Metallteile
- Trockne dein Haar vollständig, bevor du es bindest
- Bürste und kämme dein Haar sanft, vor allem bei nassem Haar
Auch eine gute Haarpflege mit Feuchtigkeit und regelmäßigen Ölbehandlungen hilft, die Haarwurzeln zu stärken.
Traktionsalopezie bei Männern: Eine unterschätzte Form des Haarausfalls
Zwar ist Traktionsalopezie bei Männern seltener Thema, doch durch den Trend zu Man-Buns, Zöpfen und engen Frisuren steigt die Zahl der Betroffenen.
Männer verwechseln die Traktionsalopezie oft mit erblich bedingtem Haarausfall, da beide am Haaransatz auftreten. Der Unterschied: Bei der Traktionsalopezie liegen mechanische Ursachen zugrunde – also Zug auf das Haar, nicht hormonelle Veränderungen.
Ein frühes Erkennen und Ändern der Frisur kann verhindern, dass die Haarfollikel dauerhaft geschädigt werden.
Wann wachsen die Haare wieder? Wie lange dauert die Heilung?
Viele Betroffene fragen sich: Wachsen die Haare nach Traktionsalopezie wieder?
Wenn die Traktionsalopezie frühzeitig erkannt wird, können die Haare innerhalb von 6 bis 12 Monaten nachwachsen. Dabei hängt der Erfolg von mehreren Faktoren ab:
- Dauer und Intensität des Zugs
- Allgemeine Haar- und Kopfhautgesundheit
- Pflege- und Ernährungsgewohnheiten
- Ob zusätzliche Behandlungen (z. B. PRP oder Minoxidil) genutzt werden
Geduld, Pflege und Schonung sind entscheidend. In schweren Fällen kann eine medizinische Behandlung oder Haartransplantation erforderlich sein.
Traktionsalopezie vs. andere Arten von Haarausfall: Wichtige Unterschiede
Die Traktionsalopezie unterscheidet sich deutlich von anderen Arten des Haarausfalls:
| Form des Haarausfalls | Ursache | Betroffene Stelle | Reversibilität |
|---|---|---|---|
| Traktionsalopezie | Mechanischer Zug auf Haarwurzeln | Haaransatz, Schläfen | Häufig reversibel |
| Androgenetische Alopezie | Hormonell bedingt | Tonsur, Stirn | Nicht reversibel ohne Behandlung |
| Alopecia Areata | Autoimmunerkrankung | Fleckenförmig | Teilweise reversibel |
| Telogenes Effluvium | Stress oder Nährstoffmangel | Diffus | Reversibel |
Wer also regelmäßig straffe Frisuren trägt, sollte bei den ersten Anzeichen von Haarausfall handeln – denn Traktionsalopezie lässt sich gut behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
So schützt du deine Haare vor Traktionsalopezie
Traktionsalopezie ist vermeidbar – wenn man weiß, worauf zu achten ist.
Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick:
✅ Früherkennung: Achte auf Spannungsgefühl, Juckreiz oder dünner werdende Haare.
✅ Vermeidung: Keine zu straffen Frisuren über längere Zeit.
✅ Pflege: Sanftes Bürsten, regelmäßige Kopfhautmassagen, gute Durchblutung.
✅ Behandlung: Frühzeitig Zug stoppen, bei Bedarf medizinische Hilfe holen.
✅ Hoffnung: Bei früher Intervention wachsen die Haare meist wieder nach.
Mit Bewusstsein, Geduld und richtiger Haarpflege kannst du dein Haar gesund halten – und Traktionsalopezie dauerhaft vorbeugen.
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