Androgenetische Alopezie: Symptome, Behandlung und moderne Therapien bei Haarausfall

Androgenetische Alopezie: Symptome, Behandlung und moderne Therapien bei Haarausfall

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Dieser erblich bedingte Haarausfall ist genetisch verankert und wird durch hormonelle Einflüsse verstärkt. In diesem Artikel erfährst du, wie androgenetische Alopezie entsteht, welche Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie sich der Fortschritt des Haarausfalls verlangsamen lässt.

Aus diesem Artikel erfährst du:
✅ wie du Symptome und Ursachen der androgenetischen Alopezie erkennst,
✅ welche Therapien und Behandlungsmöglichkeiten wirklich helfen,
✅ wie du den Haarausfall verlangsamen oder stoppen kannst,
✅ und welche Pflege dein Haarwachstum langfristig unterstützt.

Was ist androgenetische Alopezie?

Die androgenetische Alopezie – oft auch als androgenetischer Haarausfall bezeichnet – ist ein genetisch bedingter Haarausfall, der durch eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verursacht wird.

Diese Form der Alopezie betrifft laut Studien bis zu 80 % der Männer und etwa 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens. Typischerweise beginnt der Haarausfall beim Mann an den Geheimratsecken und der Tonsur, während Frauen eine Ausdünnung im Bereich des Scheitels bemerken.

Die androgenetische Alopezie entsteht langsam, verläuft jedoch fortschreitend. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Verlauf verlangsamen oder stabilisieren.

Ursachen der androgenetischen Alopezie: Warum fällt das Haar aus?

Die Ursache für den Haarausfall liegt in der genetischen Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Hormon DHT (Dihydrotestosteron). DHT entsteht durch die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase.

Bei genetisch veranlagten Personen führt dieses Hormon zu einer Verkürzung der Wachstumsphase (Anagenphase) und einer Miniaturisierung der Haarfollikel. Die Haare werden dünner, wachsen langsamer und fallen schließlich aus.

Weitere Risikofaktoren, die den erblich bedingten Haarausfall beschleunigen können, sind:

  • Hormonelle Veränderungen (z. B. in den Wechseljahren)
  • Stress und Nährstoffmangel
  • Entzündungen der Kopfhaut
  • Bestimmte Medikamente (z. B. Anabolika, Antidepressiva)

Wie häufig ist die androgenetische Alopezie?

Die androgenetische Alopezie ist die häufigste Form des Haarausfalls weltweit. Statistisch gesehen:

  • Etwa 50 % der Männer über 50 Jahre sind betroffen.
  • Bei Frauen steigt das Risiko nach den Wechseljahren deutlich an.
  • In der Fachliteratur wird sie als AGA (Androgenetic Alopecia)

 

Bei Männern beginnt der Haarverlust oft schon in den 20ern, bei Frauen meist nach dem 40. Lebensjahr. Die Vererbung erfolgt sowohl über die mütterliche als auch väterliche Linie – wer also Familienmitglieder mit Haarausfall hat, trägt ein höheres Risiko.

Symptome und Stadien der androgenetischen Alopezie

Die Symptome variieren zwischen Männern und Frauen, lassen sich aber klar definieren:

Bei Männern:

  • Beginn an Geheimratsecken und Tonsur
  • Fortschreitende Kahlstellen
  • Klassifizierung nach der Hamilton-Norwood-Skala (Stadien I–VII)

Bei Frauen:

  • Diffuser Haarausfall am Scheitel
  • Meist kein vollständiger Kahlschlag
  • Klassifizierung nach der Ludwig-Skala (Stadien I–III)

 

Typischerweise bleibt die Kopfhaut gesund, aber die Haarfollikel schrumpfen. Die Ausdünnung der Haare ist oft das erste sichtbare Zeichen eines erblich bedingten Haarausfalls.

Androgenetische Alopezie bei Frauen: Besonderheiten und Unterschiede

Die androgenetische Alopezie bei Frauen unterscheidet sich deutlich von der männlichen Form. Während Männer meist kahle Stellen entwickeln, zeigt sich bei Frauen eine verbreiterte Scheitellinie und ausgedünntes Haar auf dem Oberkopf.

Hormonelle Umstellungen – etwa in den Wechseljahren – führen dazu, dass der Östrogenspiegel sinkt und androgene Hormone dominanter werden. Dadurch reagieren die Haarfollikel empfindlicher auf DHT, was zu verzögertem Haarwachstum führt.

Frauen mit androgenetischer Alopezie leiden häufig auch psychisch unter dem Haarverlust. Eine frühe Diagnose und geeignete Therapie sind entscheidend, um den Haarausfall zu verlangsamen und das Selbstbewusstsein zu stärken.

Diagnose: Wie wird androgenetische Alopezie festgestellt?

Die Diagnose der androgenetischen Alopezie erfolgt durch einen Dermatologen oder Trichologen. Folgende Verfahren sind üblich:

  1. Anamnese: Erhebung der Familiengeschichte (erblich bedingt?).
  2. Trichoskopie: Mikroskopische Untersuchung der Kopfhaut und Haarfollikel.
  3. Blutuntersuchung: Ausschluss hormoneller oder metabolischer Ursachen.
  4. Fotodokumentation: Verlaufskontrolle während der Therapie.

 

Wichtig ist, andere Arten von Haarausfall wie Alopecia areata oder telogenes Effluvium auszuschließen. Die Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung der androgenetischen Alopezie, angepasst an Geschlecht und Stadium.

Therapie der androgenetischen Alopezie: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie der androgenetischen Alopezie zielt darauf ab, das Fortschreiten des Haarausfalls zu verlangsamen und das Haarwachstum zu fördern.
Zu den bewährtesten Behandlungsmöglichkeiten zählen:

1. Medikamentöse Therapie

  • Minoxidil (Lösung oder Schaum): Fördert die Durchblutung der Kopfhaut und verlängert die Wachstumsphase.
  • Anwendung: 1–2× täglich.
  • Nebenwirkungen: Leichtes Brennen oder Jucken möglich.
  • Finasterid (bei Männern): Hemmt die Umwandlung von Testosteron in DHT.
  • Wirkung: Verlangsamt den erblich bedingten Haarausfall.
  • Frauen ist Finasterid nicht zugelassen, insbesondere nicht im gebärfähigen Alter.

2. Ernährung und Mikronährstoffe

  • Zink, Eisen, Vitamin D und Biotin unterstützen die Haarfollikelgesundheit.
  • Eine ausgewogene Ernährung kann die Wirkung der medikamentösen Therapie

Innovative Therapien: Neue Ansätze bei androgenetischer Alopezie

Die moderne Forschung bietet neue Behandlungsoptionen, die über klassische Medikamente hinausgehen:

  1. PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma):
    Eigenblut wird aufbereitet und in die Kopfhaut injiziert, um die Regeneration der Haarfollikel zu fördern.
  2. Low-Level-Laser-Therapie (LLLT):
    Laser stimulieren die Zellaktivität und Durchblutung der Kopfhaut.
  3. Haartransplantation:
    Bei fortgeschrittener Alopezie können Eigenhaare transplantiert werden – oft mit sehr natürlichen Ergebnissen.

 

Studien zeigen, dass eine Kombination aus medikamentöser und physikalischer Therapie die besten Resultate liefert. Frühzeitiger Beginn der Therapie ist dabei entscheidend.

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Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Frauen

Da Finasterid für Frauen nicht zugelassen ist, stehen andere Behandlungen im Vordergrund:

  • Topisches Minoxidil (2 %-Lösung) ist die Standardtherapie.
  • Antiandrogene Medikamente wie Spironolacton oder Cyproteronacetat können das Wirkungsspektrum erweitern (ärztliche Kontrolle erforderlich).
  • Hormonelle Balance (z. B. in den Wechseljahren) kann durch gezielte Therapie verbessert werden.

 

Frauen bemerken oft erst spät die Ausdünnung der Haare, weshalb eine frühe Diagnose besonders wichtig ist, um das Fortschreiten des Haarausfalls zu stoppen.

Nebenwirkungen und Risiken der Behandlung

Jede Therapie birgt potenzielle Nebenwirkungen. Häufige Reaktionen:

  • Bei Minoxidil: Hautreizungen, Juckreiz, vorübergehender vermehrter Haarausfall zu Beginn.
  • Bei Finasterid: Libidoverlust oder Stimmungsschwankungen (bei Männern).
  • Bei PRP und Laserbehandlungen: Vorübergehende Rötung der Kopfhaut.

 

Trotzdem sind die meisten Behandlungen gut verträglich, insbesondere unter ärztlicher Kontrolle. Die Wirkung zeigt sich meist nach 3–6 Monaten regelmäßiger Anwendung.

Wann ist eine Haartransplantation sinnvoll?

Wenn Medikamente und nicht-invasive Methoden nicht mehr ausreichen, kann eine Haartransplantation die letzte Option sein. Dabei werden gesunde Haarfollikel von dicht behaarten Arealen auf kahle Stellen verpflanzt.

Die Erfolgsquote liegt bei über 90 %, insbesondere bei sorgfältiger Planung und erfahrenen Chirurgen. Eine Haartransplantation Türkei gilt als besonders beliebt, da dort hochwertige Eingriffe zu moderaten Kosten angeboten werden.

Die Haartransplantation gilt als dauerhafte Lösung, wenn der erblich bedingte Haarausfall weit fortgeschritten ist und die Haarfollikel irreversibel geschädigt sind.

Wie lässt sich androgenetische Alopezie effektiv behandeln?

Die androgenetische Alopezie ist zwar erblich bedingt, aber nicht hoffnungslos. Eine Kombination aus früher Diagnose, kontinuierlicher Therapie und gesunder Lebensweise kann den Haarverlust deutlich verlangsamen.

Wichtigste Takeaways:

✅Genetisch bedingt, hormonell beeinflusst (DHT ist Hauptfaktor).

✅Minoxidil und Finasterid sind die wirksamsten Medikamente.

✅PRP-Therapie und Laserbehandlung bieten moderne Alternativen.

✅Frauen benötigen meist andere Therapieansätze als Männer.

✅Früher Therapiebeginn erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Eine gute Haarpflege und Kopfhauthygiene unterstützt die Behandlung.

Mit dem richtigen Wissen und ärztlicher Begleitung lässt sich der erblich bedingte Haarausfall verlangsamen – und das Haarwachstum langfristig fördern.

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